Ich habe einen Film in meinem Kopf

Die Autorin Janina Bernstein, Studentin des Studiengangs Kreatives Schreiben an der SOPA (Berlin School of Popular Arts), stellt ihr Gedicht Ich habe einen Film in meinem Kopf vor.

Ich male ohne Pinsel und Farbe,

aber dafür mit Worten. 

Ich reise an fremde Orte, 

an denen ich noch nie zuvor war.

Ich sehe wilde Szenarien, 

obwohl um mich herum Stillstand herrscht.

Ich erschaffe ganze Universen, 

obwohl ich nicht Gott bin.

Ich fühle realen Schmerz,

obwohl die Worte fiktiv sind.

Ich bin Teil einer Welt,

die nicht echt ist 

und doch

 – 

existiert sie.

Ich verliebe mich in Charaktere,

obwohl diese meine Liebe 

niemals erwidern werden.

Ich finde mich in gedachten Geschichten wieder,

die so real scheinen.

Ich träume mich in erfundene Welten,

obwohl ich wach bin. 

Ich kämpfe Kriege,

beschwöre böse Mächte 

und 

lasse Welten zusammenbrechen,

obwohl ich nur Worte aneinanderreihe.

Ich habe einen Film in meinem Kopf

und der verändert sich jeden Tag:

Manchmal ist er schwarzweiß,

manchmal kunterbunt,

manchmal geheimnisvoll verrucht,

manchmal unaufregend trocken,

manchmal voller Leben

und 

manchmal herzzerreißend traurig.

Manchmal zeigt er kleine Momente, 

manchmal ganze Szenen 

und 

manchmal 

zeigt er mir eine ganze Geschichte.

Ich habe einen Film in meinem Kopf 

und der nennt sich 

Fantasie. 

Autorin: Janina Bernstein studiert Kreatives Schreiben und Texten in Berlin an der SOPA (Berlin School of Popular Arts).

Titelbild from @Hoang-Loc Dang by @Pexels

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